Steuerrecht für Künstler

Anerkennung als freiberuflicher Künstler

Im Bereich des Steuerrechts hat die steuerliche Einstufung als freiberuflicher Künstler i.S.v. § 18 EStG erhebliche Vorteile. Denn Freiberufler unterliegen nicht der Gewerbesteuerpflicht. Sie müssen anstelle von Bilanzen sowie der Buchführungspflicht lediglich eine Buchhaltung führen und zu Zwecken der Gewinnermittlung sowie für Umsatzsteuerzwecke die Einnahmen und Ausgaben durch eine Einnahmenüberschussrechnung (EÜR) aufzeichnen.

Die Prüfung der Frage, ob im Einzelfall eine künstlerische Tätigkeit gemäß § 18 Abs. 1 Nr. 1 EStG ausgeübt wird, obliegt den Finanzämtern. Ob eine Tätigkeit künstlerische Qualitäten aufweist kann in der Regel nicht von den Finanzämtern ohne besondere Fachkunde beurteilt werden kann. Deshalb soll in Zweifelsfällen ein Fachgutachten über die Künstlereigenschaft herangezogen werden.

Verfahrensregeln hierzu sind in den einzelnen Bundesländern höchst unterschiedlich und teilweise sogar innerhalb eines Bundeslandes von Oberfinanzdirektion zu Oberfinanzdirektion verschieden. Manche Bundesländer haben Gutachterausschüsse eingerichtet, die im Bedarfsfall die Künstlereigenschaft eines Steuerpflichtigen überprüfen.

 

Umsatzsteuerprivileg für Urheber

Der derzeit geltende Umsatzsteuer-Regelsatz von 19 % gilt für Urheber nur eingeschränkt.  Überall dort, wo Urheber Umsätze aus der Einräumung, Übertragung und Wahrnehmung von Rechten, die sich aus dem Urheberrechtsgesetz ergeben, generieren, kann der Umsatzsteuersatz im konkreten Einzelfall auf 7 % reduziert werden (§ 12 Abs. 2 Nr. 7 c) UStG), wenn die gesetzlichen Voraussetzungen erfüllt sind.

Allerdings kann es auch zu rechtlichen Abgrenzungsproblem kommen: Regelmäßig führen die Finanzämter die Diskussion, ob die Übertragung der urheberrechtlichen Nutzungsrechte den wirtschaftlichen Gehalt des Geschäfts ausmachen.

Denn erbringt der Urheber bei der Abwicklung eines Auftrages selbständige Zusatzleistungen, die mit der Nutzungsrechtsübertragung in keinem engen oder notwendigen Zusammenhang stehen, kann das Entgelt für diese Zusatzleistungen wiederum mit dem Regelsteuersatz zu versteuern sein, was sich auch auf die Versteuerung der urheberrechtlichen Nutzungsrechte auswirken kann.

 

Rechtsanwältin Dorothe Lanc bietet hier ….

  • Beratung und Vorbereitung der Unterlagen für die Fachgutachten der Gutachterkommissionen
  • außergerichtliche Vertretung bei der Anerkennung als freiberuflicher Künstler
  • Expertisen und Gutachten zur Anerkennung als freiberuflicher Künstler
  • Expertisen und Gutachten zum Umsatzsteuerprivileg für Urheber
  • Unterstützung bei Betriebsprüfungen der Finanzämter
  • Rechtliche Einschätzungen zu Feststellungen der Finanzämter
  • Zusammenarbeit mit Steuerberatern
  • Prozessvertretung